Beiträge von derausserirdische

    Im Netz habe ich jetzt schon mehrfach gelesen, dass der Akku länger hält als das Auto selbst, aber viele Leute scheuen sich immer noch ein E- Auto zu kaufen wegen der "Angst" vorm Laden und dem Anschaffungspreis.

    Bei uns im Flugverein fliegen auch alle LiPos, die aber nicht mit den LiIon, NMC und LiFePo4, die im Auto aktuell sind bzw. kommen vergleichbar sind. Richtig ist, daß der Akku in den meisten Fällen nicht die Lebenszeit begrenzende Komponente eines BEV sein wird. Eine sehr einfache Kalkulation zur Akkulebensdauer macht das plausibel.

    Ein LiFePo4 hat in der aktuellen Technologie eine Lebensdauer von ca. 6000 Volladezyklen. Dabei ist ein Vollladezyklus eine Ladung von 0% bis 100%. Zwei Ladevorgänge von z.B. 30% auf 80% ergeben dabei zusammen einen Volladezyklus. Gehen wir davon aus ein voll geladener Akku bringt 300km Reichweite. Dann sieht die Rechnung so aus:

    300km x 6000 = 1.8 Mio km Fahrleistung

    ... heutige Verbrenner werden für eine Lebensdauer von 300.000km designed!!! Und der Rest vom BEV neben dem Akku im Übrigen auch!!!

    Kaum jemand von uns fährt sein Auto so weit bzw. so lange. Da dürften andere Komponenten früher kaputt gehen wie z.B. Lager, Gelenke, etc. alles was in Bewegung ist beim BEV. Und selbst wenn man nur von 3000 Vollladezyklen ausgeht, weil man den Akku in Unwissenheit super schlecht pflegt geht die Rechnung mit 900tkm immer noch auf. Kein Mensch fährt ein Auto derart lange. Vielleicht ein paar Taxi Unternehmen. Die sehr leidige Akkudiskussion wird heute eigentlich nur aus Unwissenheit geführt.

    So gesehen ist die in allen Foren / Medien immer wieder geführte Diskussion um die 100% Volladung schon sehr müßig. Natürlich altert der Akku von seinem Neuzustand aus gesehen. Aber ein Akku mit einem SOH von 93% oder auch 78% ist kein kaputter Akku. Das heißt lediglich, daß der Akku nicht mehr die Reichweite des Neufahrzeugs ermöglicht. Nicht mehr und nicht weniger. Deshalb ist auch die derzeitige Panik über den Wertverlust völlig überzogen.

    Letzteres wird sich aber im Laufe der Zeit auch geben, wenn der Anteil der BEV deutlich höher ist und ein Verbrenner einfach zu teuer wird. Oder erst gar nicht mehr zugelassen werden darf (Neufahrzeuge). Dann wird sich auch die Erfahrung mit den gebrauchten Akkus bzw. BEV´s und die derzeitige Unsicherheit dazu deutlich legen.

    Dazu kommt, daß mehr und mehr Firmen sich auf Akkureparaturen spezialisieren werden. Denn in einem Akku degradieren nicht alle Zellen in gleichem Maße. Meistens sind es einzelne Zellen die den Akku SOH runterziehen. Zwar liegen mir noch keine Daten vor, aber ich gehe davon aus, daß auch ein Akku mit 70% SOH über eine bezahlbare Reparatur wieder auf über 90% SOH gebracht werden kann.

    Und es gibt einen weiteren Aspekt. Die Hersteller sind auch daran interessiert, daß ihre BEV´s nicht so stark im Wert sinken. Deshalb werden die Angaben zum Akku so ausgelegt, daß diese bei z.B. 103% oder 105% starten. Natürlich geht das nicht, aber die anfängliche Kapazität wird einfach niedriger angegeben als sie tatsächlich im Neuzustand ist. Natürlich kann man beim aktuellen Stand der Technik die anfängliche Degradation nicht unterdrücken. Aber man kann den Akku z.B. auf 82kWh auslegen, gibt im Datenblatt 80kWh an und bewertet das mit 100% egal wieviel der Akku drüber liegt. So kommen einige, die ihren Akku auslesen, auch nach 30tkm oder sogar mehr noch den 100% nahe.

    Selbst gehe ich davon aus , daß kaum ein BEV nach 100tkm wegen dem Akku unbrauchbar sein wird. Es wird lediglich keine 100% Akkukapazität mehr haben. That´s it. Diese Fakten muss man einfach mal verinnerlichen, was aber für viele schwierig ist, weil Sie noch im Technikdenken des Verbrenner verhaftet sind.

    Und letztlich noch eine rechnerische Binsenweißheit, die sich aber viele nicht vergegenwärtigen. Es mag Naturen geben, für die ein Akku mit SOH 95% unbrauchbar ist und damit das gebrauchte BEV. Aber was heißt das in der Praxis. Ein i4 mit einer sehr realistischen Reichweite von 400km liefe mit diesem SOH nur noch 380km. Meine Güte ist das schlimm ... ich bin im Aussendienst tätig und fahre viel und kein Mensch fährt 400km und auch nicht 380km am Stück. Schon aus persönlichen Sicherheitsgründen sollte man das nicht tun. Ein solcher Unterschied wir din der Praxis faktisch nicht wahrnehmbar sein.

    Bei manchem beschleicht mich das Gefühl, daß erwartet wird, wenn man ein Gebrauchtfahrzeug mit 100tkm kauft müßte der wie ein Neuwagen dastehen in allen Belangen ... das kann am Stammtisch dieselbe Diskussion sein wie die Diskussion ob ein Akku mit SOH 99% bereits ein Totalschaden darstellt.

    Bin nun fast bei 10tkm angekommen, aber ich war binnen Minuten nach der Abholung im i4 angekommen. Der i4 ist eigentlich uneingeschränkt gut. Meine beiden Lieblingspunkte sind die herrliche Ruhe und der Komfort während der Fahrt und die für mich enorme Power und ich fahre nur eDrive40. Bin bei der Probefahrt einen M50 gefahren und diese Leistung brauche ich einfach nicht. Und Probe weise hatte ich es ja einmal, das reicht völlig.

    Ich wohne ein paar Orte weg von Weissach, deshalb ist die Porsche Dichte bei uns enorm. Wenn ich neben so einem 6-Zylinder Boliden an der Ampel stehe und der guckt komisch rüber, drücke ich bei grün kurz drauf und der glaubt er muss noch den 5. und 6. Zylinder hochfahren. Immer wieder ein Schenkelklopfer und Spaß.

    Negative Punkte sind eigentlich nur Kleinigkeiten. Der vielleicht beschämenste Kritikpunkt für BMW i4 ist, daß man sich im Innenraum von der Haptik leider sehr stark von Premium entfernt hat und dann doch eher langsam mit Dacia konkurriert. Ist etwas überspitzt formuliert, aber so empfinde ich es in meiner BMW Historie. Ist mein neunter 4-rädriger BMW. Mir geht der Rotstift im BMW langsam viel zu weit. Für meinen Anspruch reicht es im Moment gerade noch - sagen wir mal 4+. Macht BMW auf dem Weg weiter muss ich mich dann doch langsam auf die Suche begeben.


    Besonders weh tut mir der Abbau des früher so luxuriös wirkenden Ambiente Lichts. Das habe ich immer genossen. Jetzt ist es wie gewollt und nicht mehr gekonnt, fast ärmlich anmutend - sehr schade. Ich komme zwar von fünf 5ern, aber dort ist es genau dasselbe und der Rückbau ist noch schlimmer bis zum G31. Das war schon einer der Gründe warum ich keinen 5er mehr bestellt habe neben dem völlig entarteten Format. Deshalb sind die Absatzzahlen beim 5er auch stark zurück gegangen. Ein großer Grund zum i4 zu gehen ein deutlich praktikableres Format und den Rotstift vielleicht noch ein letztes Mal akzeptieren.

    Aber der i4 ist an sich schon ein tolles Auto und durch diese Erfahrung will ich auch nicht mehr zum Verbrenner zurück.

    Was hast Du für einen Reifenkombi drauf? Und welchen Luftdruck fährst Du genau?

    und schon mal als ersten Versuch ... nimm den Luftdruck mal 0,2 - 0,3 bar runter. Und wenn es nicht reicht noch etwas mehr rausnehmen.

    Interessant eure Kommentare, danke dafür.

    Weiß denn jemand was die maximale Rekuperationsleistung beim i4 ist? In der entsprechenden Dashboord Anzeige werden maximal 100kW angezeigt. Hört dort die Messung auf oder sind die knapp 100kW die maximale Reku Leistung?

    Falls meine Annahme stimmt verstehe ich nicht warum man auf die 205kW nicht gehen kann , die Endstufe ist ja beim laden dafür ausgelegt.

    Darf ich fragen welche FW Version Du nun installiert hast?

    Diese FW werde ich definitiv nicht installieren. Die spinnen doch langsam bei BMW sowas beim FW Update zu versauen oder gar mit Absicht heraus zu codierten. So langsam läuft das bei mir auf einen Herstellerwechsel raus. Entweder die Software Entwickler liegen beim Programmieren noch im Tiefschlaf oder die Entwicklungsleiter haben - das allerdings schon länger - höflich ausgedrückt sehr seltsame Ansichten wie es funktionieren muss. In diesem Fall ist es bestimmt ein Programmierfehler. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, daß das so gewollt ist, wenn man nach jedem Start immer wieder alles einstellen muss. Das wäre doch bekloppt.

    Der Schwachsinn nach jedem Start immer wieder den Fahrmodus auf Default zu setzen wurde ja eine Ewigkeit diskutiert bis man bei BMW eingesehen hat, daß man diesen Blödsinn unterläßt und seither war auch Ruhe in der Diskussion. Und nun fangen Sie das wieder an nach all dem Shitstorm in allen Foren - unfassbar. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, daß das mit Absicht heraus genommen wurde. Und m.W. gibt es dazu auch keine schwachsinnige EU-Vorschrift, also liegen Sie bei BMW wieder im Tiefschlaf.

    Ich kann sehr gut verstehen, das einen sowas nervt, denn mich würde das echt ärgern und langsam kommen wir in einen Status wo der Spaß an dem an sich guten Fahrzeug durch sowas leidet. Insofern bin ich für deinen Hinweis dankbar.

    Die Laufleistungen von 100tkm für einen Radsatz ist schon Atem beraubend. Mal ganz abgesehen davon, daß man einen Reifen an sich keine 100tkm fahren sollte aus Alterungsgründen auch wenn das Profil noch ausreichend wäre. Das ist einfach nicht sicher. Ich bin / war Vielfahrer 30 Jahre lang im Aussendienst und habe zig Reifensätze verbraucht von unterschiedlichsten Herstellern. Allerdings auf Verbrennern hauptsächlich 5er, aber auch einige andere Hersteller.


    Fast immer lagen die Laufleistungen zwischen 25tkm und 50tkm max. Ein einziges Mal hatte ich einen Reifen mit dem ich leicht drüber war, aber der war die letzten 10-20tkm praktisch unfahrbar, ein echtes Sicherheitsrisiko und wenn man mit so einem Holzderivat mal richtig bremsen muss dann knallt´s höchstwahrscheinlich. Da gibt es keinen Grip mehr ausser man schiebt das Auto über die Strasse.

    Jetzt mit dem I4 Habe ich die WR drauf schrauben lassen und da wurde der SR-Satz mit etwas über 4mm gemessen. Leider habe ich die Anfangsprofiltiefe nicht gemessen. Die Laufleistung der SR war knapp 9000km, da ich bei weitem weniger fahre als früher. Den Verschleiß empfand ich doch schon eher hoch. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, daß ein i4 über 2,1t wiegt und die Leistungsentfaltung einer E-Maschine so ganz anders ist wie ein Verbrenner. Besonders das hohe Anfahrdrehmonent nahe am Maximum kostet halt Abrieb bei einem schweren Fahrzeug.

    Ich habe das Gefühl die Reifenindustrie muss sich noch - oder vielleicht will Sie auch nicht - auf die rund 300-400kg schwereren BEV´s einstellen mit deren Drehmomententfaltung. Das ist derzeit noch viel Entwicklungspotential und Luft nach oben.

    Die Leistungsabgabe ist doch dieselbe 230V * 16A * 3 = 11 kW oder wie bei der "Drehstromrechnung" 400V * 16A * Wurzel(3) = 11 kW?

    Das stimmt schon, aber die 400Vac zwischen den Phasen haben so überhaupt nichts mit dem AC laden zum BEV zu tun. Das ist lediglich die Spannung im Spannungsdreieck, die bei jeder 3-ph Applikation anliegen in unseren Niederspannungsnetzen anliegt. Natürlich gibt es auch dafür Anwendungen, aber eine WB ist keine für 400V.

    Die 11kW maximale Ladeleistung einer WB resultieren ausschließlich aus den drei Phasen gegenüber dem Nulleiter (Stern). Denn ansonsten ergäbe sich ja folgende Rechnung beim 3-ph Laden (im Dreieck):

    400Vac(z.B. L1-L2) * 16A = 6400W usw.
    Das mal 3 und man würde mit 19,2kW an der WB laden. Das ist nicht der Fall. Deshalb ist der Hinweis auf die 400V de Facto falsch. Diese Größe liegt lediglich zwischen den Phasen an im Niederspannungsnetz bei 3-ph Applikationen. Die 400Vdc Bordnetz(HV)spannung ist DC deshalb muss ein AC (3x230Vac) zu DC (400Vdc) Inverter zwischen dem AC Ladegerät (WB) und dem BEV Akku sein.

    Um ehrlich zu sein schien mir die Bemerkung einfach mal so raus gehauen zu sein ohne sich über die exakten Verhältnisse im klaren zu sein, aber sei es drum ... ich kann mich auch irren.

    Bei den meisten Fahrzeugen als Default immer volle 16A - was bei 400V 11 kW entspricht.

    Entschuldige das ist ganz einfach Nonsens. Eine 11kW Wallbox liefert maximal 3-phasig von L1 - L2 - L3 gegen N je 16A bei 230V und nicht an 400V. Das läßt sich leicht rechnerisch über die einfache Formel P=U*I (je Phase nachrechnen). Eine WB hat so gar nichts mit 400V zu tun - entschuldige ich konnte nicht anders.

    Die 400V, die Du im Kopf hast, entstehen zwischen den Phasen im Spannungsdreieck von L1 - L2 - L3 über Wurzel(3) *230V. Die 400V haben so gar nichts mit dem Laden via AC WB zu tun. Der i4 hat ein 400V Akkusystem / HV-Netz verbaut, aber dort sitzt ein Inverter im Auto zwischen WB (AC-Ladestecker) und HV-Bordnetz vielleicht bist Du dort über die 400V gestolpert.