E-Auto Panne - Elektroauto Batterie entladen, leer, abschleppen, Starthilfe

  • Ich habe vor längerer Zeit mal gelesen:

    ein E-Auto darf nicht abgeschleppt werden, weil durch das Abschleppen das Auto wie ein "Generator" wirkt. Also Strom produziert und durch die Technik beschädigt werden kann


    Ob dies stimmt ?. Wer kennt sich damit aus ?.

    Es stimmt teilweise hier der Bericht von Autobild


    E-Auto-Panne: Was muss ich tun, wenn das E-Auto liegen bleibt? - AUTO BILD
    Wenn ein Elektroauto liegen bleibt, ist meist der Akku leer. Darf man ein E-Auto abschleppen? Oder andere abschleppen? Was man bei Pannen tun sollte!
    www.autobild.de

  • Ich habe vor längerer Zeit mal gelesen:

    ein E-Auto darf nicht abgeschleppt werden, weil durch das Abschleppen das Auto wie ein "Generator" wirkt. Also Strom produziert und durch die Technik beschädigt werden kann


    Ob dies stimmt ?. Wer kennt sich damit aus ?.

    Permanentmagnetmotoren ja. Wobei ich ein Video kenne, wo sich der Halter eines Tesla testweise abschleppen lässt und dabei rekuperiert und die Batterie läd. Kaputt ging da nix, aber das Auto war ja auch ansonsten "einsatzbereit".


    Fremderregte E-Motoren sollten eigentlich einfach mitlaufen. Solange da keine mechanische Sperre greift, kann da an sich nicht viel kaputt gehen.

  • Bei der Übergabe in der BMW Welt wurde extra darauf hingewiesen dass der M50 nicht abgeschleppt werden darf weil er dabei rekuperiert und aufgrund des nicht aktiven Bordnetzes es zu Stromspitzen kommen kann….

  • Bei der Übergabe in der BMW Welt wurde extra darauf hingewiesen dass der M50 nicht abgeschleppt werden darf weil er dabei rekuperiert und aufgrund des nicht aktiven Bordnetzes es zu Stromspitzen kommen kann….

    Wie rekuperiert er denn, wenn die Erregerwicklungen nicht bestromt werden?

    Dann passiert doch das, was man "segeln" nennt!?

    Ich will die Aussage gar nicht bezweifeln, aber der techn. Hintergrund wäre interessant.

    Beim Tesla verstehe ich das, aber hier?


    Das muss ich in der Firma mal thematisieren.

  • In der Theorie (und auch Praxis) sieht das halt immer anders aus, wie in der Garantie.


    Soll heißen: theoretisch kann ich mich mit dem Elektroauto 20km bei -50kWh/100km abschleppen lassen und habe damit dann wieder 10kWh im Akku. Der Verbrenner hat halt entsprechend wahrscheinlich 3-4 Liter mehr Sprit gebraucht dafür. Dafür muss das Auto aber natürlich erstmal an sein und es muss entsprechend fahren können.

    Ist das Auto komplett leer (also 12V-Batterie), dann kann ich die theoretisch auch nachladen (eher mit Ladegerät, nicht per Starthilfe) und sollte dann wieder starten können und dann entsprechend Schritt 1 durchführen. Beides funktioniert so tatsächlich, gibt es auch entsprechende Videos dazu. Eine klassische Starthilfe, d.h. kurzfristig hohe Ströme, gibt es beim BEV natürlich nicht, da man nichts anlassen muss.


    Was aber nun der Hersteller garantieren kann ist eine ganz andere Sache, denn potentiell kann es bei obigem Vorhaben zu vielen Komplikationen kommen, die im Allgemeinen alle sehr teuer enden können. Wenn beispielsweise das Batteriemanagement nicht richtig damit umgeht, könnte man den Akku potentiell durch eine Spannungsspitze "killen" - ganz übertrieben gesagt. Auch sollte man glaube ich kein BEV ohne fahrbereiten Zustand abschleppen, da man da potentiell wirklich viel Energie auf Akku und Co. bringen kann, mit dem er nicht rechnet.

    Deshalb empfiehlt natürlich kein Hersteller die Starthilfe oder das Abschleppen und auch ein Abschleppdienst macht sich da nicht die Finger schmutzig.


    An der Stelle ist die Geschichte des Mustang Mach e ganz spannend. Die sind nämlich reihenweise in Norwegen stehen geblieben, weil sie zu viel rekuperiert haben und das BMS da nicht drauf vorbereitet war:

    Überhitzung: Mehrere Ford Mustang Mach-E fallen nach langer Bergab-Rekuperation aus
    MehrereMustang Mach-E sind in Norwegen mit heißem Akku liegengeblieben. Ein Software-Problem – das Ford aber nicht wie Tesla drahtlos löst.
    teslamag.de

    Das ist mit einer der Gründe, warum man ein BEV eben nicht "außerhalb der Spezifikation" bewegen und damit auch abschleppen darf. Man weiß einfach nicht, ob da alles drauf ausgelegt ist, oder ob man sich eben im schlimmsten Fall BMS oder sogar Akku killt.

  • Also, streng genommen "steckt" zw. dem E-Motor und dem Akku der DC/DC Wandler, der die Batteriespannung an die "Bedürfnisse" des Motors anpasst. Darüber fließt auch umgekehrt der Strom beim Rekuperieren.

    Das BMS steigt da eigentlich nur ein, wenn die Batterie geschützt werden muss, also wenn z.B. jemand mit randvoller Batterie losfährt, dann ewig bergab rollt und die Batterie überläd. Beim Mach-E war es augenscheinlich nur ein Software-Bug und kein unvermeidbarer Vorgang, der das für alle Zeit unmöglich machen würde.

    Jedenfalls ist das jetzt nicht so einfach, einem frei drehenden, nicht bestromten fremderregten E-Motor eine Spannungsspitze zu erzeugen, die die Batterie über den Umweg Leistungselektronik lahmlegen kann. Denn wie gesagt, "rollen ohne Antrieb" ist immerhin eine Betriebsart, die man "Segeln" nennt.


    Natürlich ist Garantie wieder was ganz anderes. Wer mal eine FMEA moderiert hat, kennt das. Selbst "Wahrscheinlichkeit 1:10000" zieht sich keiner den Schuh an, wenn er nicht muss.

  • Also uns (Feuerwehr) wurde auch erklärt, dass E- Autos unter keinem Umstand außer Gefahr in Verzug normal abgeschleppt werden sollen.


    Gerade bei einem Unfall wenn die Hochvoltanlage beschädigt wurde, darf das Fahrzeug nicht bewegt werden.


    Ist nur doof, wenn man in einer Gegend wohnt, wo es keinen Abschlepper mit Kran gibt und man wirklich mal liegen bleibt, dann könnte es dauern..