(Sehr) langsam laden über AC

  • Bei AC-Laden immer soviel wie möglich. An einer normalen Schuko-Steckdose sollte man es bei 10A bewenden lassen (die meisten Ladeziegel erlauben auch nicht mehr). Trotzdem sollte man gerade den ersten Ladevorgang dort gut beaufsichtigen - gerade Schuko-Steckdosen im Außenbereich (auch in einer Garage kann im Winter mal feuchtes Klima herrschen), die dazu noch selten benutzt werden, haben gelegentlich schon etwas Korrosion angesetzt. Die schmelzen dann schneller weg als man denkt.


    Eine „ideale Schukosteckdose“ (neu, Markenprodukt, sauber installiert) kann man theoretisch auch mit 16A belasten, aber das würde ich nicht riskieren und sie lieber durch eine blaue CEE-Dose ersetzen.

    i4 M50 Alpinweiß & Leder Tartufo - M Sportpaket Pro, DAP, Harman Kardon uvm.

  • der BMW-Ladeziegel kann, soweit ich weiß, mit dem Schuko-Stecker nur 10A, weil mehr ist auch nicht zulässig,
    einphasig 16A sind eigentlich auf Dauer nur mit dem blauen CEE Stecker zulässig,


    willst du die Steckdose nicht übermäßig belasten, würde ich dir dann eher 8A empfehlen

    BMW i4 M50 in tansanitblau 12/2022


    Morgan Plus 8 in british racing-green 04/1994

  • Es gibt kein Gesetz, das verbietet über eine Schuko-Steckdose mit 16A zu laden, zumindest in Deutschland nicht. Es wird aus bekannten Gründen nicht empfohlen, weshalb viele Anbieter von Ladeziegeln das beschränken (BMW gehört dazu).


    Meine Erfahrung aus dem Umfeld ist, dass alte Steckdosen im Garagen/Außenbereich auch keine 10A Dauerlast aushalten. Das ist nichts, wovon die Hütte abbrennt, aber die Steckdose verfärbt und verformt sich und muss dann ersetzt werden.

    i4 M50 Alpinweiß & Leder Tartufo - M Sportpaket Pro, DAP, Harman Kardon uvm.

  • Zitat:

    Gemäß den in der Produktnorm IEC 60884-1 definierten Anforderungen und Prüfung müssen Schuko-Steckdosen ihren Nennstrom von 16A für maximal eine Stunde ohne Überhitzung führen können. Dabei beziehen sich die 16 A auf die in VDE 0620-1 genannten haushaltsüblichen Lasten, jedoch nicht auf unbekannte Lasten wie z. B. die Ladekurve eines Elektrofahrzeugs.

    BMW i4 M50 in tansanitblau 12/2022


    Morgan Plus 8 in british racing-green 04/1994

  • somit wirst im Ernstfall wohl ein Problem bekommen,


    bzw. das ist auch der Grund, warum die meisten Ladeziegel die Stromaufnahme auf 10 A begrenzen, wenn du einen Schukostecker ansteckst (wie auch z.B. der BMW-Ladeziegel)

    BMW i4 M50 in tansanitblau 12/2022


    Morgan Plus 8 in british racing-green 04/1994

  • Das Thema ist schon regelmäßig ausdiskutiert worden. Die von dir aufgeführte Produktnorm

    a) besagt, dass die 16A für eine Stunde geprüft werden - irgendwann kommt es zu einem thermischen Gleichgewicht, das heißt wenn nach einer Stunde die Temperatur nicht im kritischen Bereich ist, wird es wohl passen (daher macht es immer Sinn, nach einer Stunde mal den Stecker rauszuziehen und schauen wie heiß die Kontakte sind - wenn man sich die Finger daran verbrennt, nicht weiterladen)

    b) gibt keine Aussage dazu, dass 10A Dauerlast möglich sind - das wurde einfach irgendwann willkürlich festgelegt, weil es eben keine normative Grundlage dazu gibt


    Was heißt, dass man „ein Problem bekommen wird“?

    Wenn die Steckdose wegschmilzt, wird einem niemand helfen - die kann man schön auf eigene Kosten ersetzen. Natürlich kann man diskutieren, was passiert wenn das in der Garantiezeit der Steckdose passiert. Das wird bei neuen Steckdosen nur passieren, wenn der Elektriker nicht ordentlich gearbeitet hat. Wenn dir jetzt - hypothetisch - die Hütte abbrennt, wird die Versicherung zumindest in Deutschland zahlen müssen, weil nirgends verboten ist eine Steckdose mit 16A zu belasten. Das wird aber nicht passieren, da die Materialien flammhemmend sind und langsam verschmelzen, bis es zum Kurz- oder Erdschluss kommt und der LS oder FI auslöst. Die meisten Ladeziegel haben darüber hinaus einen Temperaturfühler im Stecker.


    Mir ist wichtig zu betonen, dass Schuko-Steckdosen generell kritisch sind. Ich habe im direkten Umfeld zwei Fälle, bei denen sie bei 10A schon weggeschmolzen sind. Wenn sie dauerhaft 10A aushalten, stehen die Chancen auch gut, dass sie 16A aushalten.

    Nur deswegen ein Verbot in dem Raum zu stellen, ist aber schwierig.

    i4 M50 Alpinweiß & Leder Tartufo - M Sportpaket Pro, DAP, Harman Kardon uvm.

  • Gemäß den in der Produktnorm IEC 60884-1 definierten Anforderungen und Prüfung müssen Schuko-Steckdosen ihren Nennstrom von 16A für maximal eine Stunde ohne Überhitzung führen können. Dabei beziehen sich die 16 A auf die in VDE 0620-1 genannten haushaltsüblichen Lasten, jedoch nicht auf unbekannte Lasten wie z. B. die Ladekurve eines Elektrofahrzeugs.

    Im Grunde sagt einem dieser Auszug alles was man wissen muss. Um das nochmal für die Diskussion darzustellen:

    1.) Eine Schukosteckdose sollte eigentlich gar nicht zum Laden eines BEV herangezogen werden. Und wenn das in einem NOTFALL nötig sein sollte, dann MUSS der Ladestrom ZWINGEND auf 10A begrenzt werden. Eine solche Haushaltsleitung ist nach dem "Gleichzeitigkeitsprinzip" auf maximal 16A Kurzzeitbetrieb ausgelegt. Und die 60 Minuten sind auch nur LABOR-/NORMBEDINGUNGEN. Da spielt es eine Rolle wie lange das Kabel ist, wo die Abzweige sitzen, wie wurde verlegt, etc. etc. Das gilt für Steckdosen im Haus als auch ausserhalb des Hauses.
    2.) Da die wenigsten nicht mal wissen was auf ihrer Aussensteckdose sonst noch so geklemmt ist, ist vom Laden an einer solchen Brennstelle doppelt abzuraten.
    3.) Selbst wenn es einem egal ist wie lange man lädt und unbedingt mit völlig unökonomischen 2300W laden will an einer Schuko Steckdose, so sei denen noch einmal gesagt "man kann zu Haus kaum teuerer laden" ... Stichwort Ladeverluste (das Thema kann jeder selber googeln) ... aber wem es Sch... egal war ob man an der Tanke damals 1,50 oder 2,20 zahlte, dem ist sowas vermutlich auch vollends egal.
    4.) Jeder, der Vermutungen zu einer Schukosteckdose (an der man laden will) und keinen exakten Schaltplan mit Verlegeübersicht besitzt, den er auch zweifelsfrei richtig lesen kann, dem rate ich die wenigen EURO in einen ordentlichen Elektriker zu investieren.
    5.) Aus gutem Grund raten ALLE WB Hersteller davon ab am Automaten der WB irgendetwas anderes drauf zu klemmen. Deshalb sollte an einer Schukosteckdose sicher gestellt sein, daß nichts anderes drauf geklemmt ist. Es reicht NICHT zu wissen, daß man während des Ladens nicht anderes an dem Strang in Betrieb hat. Im Falle eines Falles nimmt jeder Brandgutachter eine solche Installation binnen Minuten auseinander und keine Versicherung wird jemals auch nur einen Euro zahlen.

    Ansonsten gilt was ein Vorredner gesagt hat. Beim AC-Laden immer den maximalen Wert von 11kW / 22kW einstellen an einem QUALIFIZIERTEN Anschluß ... nicht niedriger laden.

    Es genügt leider auch nicht mal eine gewisse Zeit 16A Last zu erzeugen und dann an den Kontakten mit dem Fingern die Temperatur zu prüfen. Das ist einer der lustigsten Hinweise, die ich zu dem Thema bisher gelesen habe. Last doch bitte so etwas sein. Zwar gibt es "Dirty Methoden" um den Grenzbereich ohne Messtechnik halbwegs zu ermitteln, die ich hier nicht weiter gebe. Aber den Fingertest der Temperatur an den Kontakten zu checken ist schon ein Schenkelklopfer. Wenn man sich bei diesem Test die Finger verbrennt, dann wird es im Haus bereits viele Bewohner geben, die sich mit den Feuerlöschern gegen Flammen wehren oder man hat vielleicht noch nicht bemerkt, daß die Feuerwehr bereits vor der Haustür steht.

    Viele Grüße,

    Jürgen


    seit April 2025: BMW i4 eDrive40
    seit Februar 2017: F23 Cabrio 228i