Welchen Sweet Spot hat der i4 eDrive 40?

  • Meine Erfahrung mit dem 40er war, dass es immer Sinn macht zwischen 130-150 zu fahren, und dann entsprechend von 10-80% zu laden. Entscheidend ist jedoch, wie voll der Wagen beim abstellen sein soll. Bei Zielen mit entsprechender Lademöglichkeit fuhr ich ihn auch gerne bis auf 5% runter. Bin aber auch auf eure Erkenntnisse gespannt...

  • Ich fahre, sofern zulässig, auch 150 km/h, lade erst bei um die 10% und finde das gefühlt schneller als maximal 130 km/h und später bzw. kürzer zu laden. Habe aber keine validen Vergleichsmessungen durchgeführt. Wobei sich das zeitlich vermutlich nicht so viel gibt.

    Unter 120 km/h und über 150 km/h wird es sich vermutlich auch zeitlich spürbar in der Länge auswirken.

    BMW i4 eDrive40 Gran Coupé Sanremo Green metallic seit 10/23

  • Schafft man mit durchgehend 150 kmh - 400 km?

    nein, aber durchgehend 150 km/h für knapp drei Stunden ist ohnehin ein theoretischer Wert und wird in der Praxis auf öffentlichen Straßen in aller Regel nicht eintreten. Meine Erfahrung sind mit Tempomat auf 150 km/h und unter Beachtung von Geschwindigkeitsbeschränkungen (mit +7 km/h) ein Ladestopp alle 3 bis 3,5 Stunden bei wenigen Beschränkungen und alle 3,5 bis 4 Stunden bei vielen Beschränkungen. Das ist typischerweise länger als unser Bedürfnis nach einer Biopause und der i4 kann schneller weiter fahren als wir.

    Wir sind auch oft mit zwei Fahrrädern auf der Anhängerkupplung unterwegs, dann allerdings mit Tempomat auf 130 km/h. Je nach Wind reduziert sich die Fahrdauer von oben um 60 bis 90 Minuten. Aber auch dort fand ich neun Stunden mit Pausen für die 750km im Juli an einem der reisestarken Wochenenden mit nur einer halben Stunde Stau aber locker einer Stunde Verzögerung durch 12 (!) teilweise über 10km lange Baustellen in Ordnung. Auch hier brauchten wir längere Pausen als der i4 und die Anfahrt zum Laden ist mit den Rädern je nach Länge der Leitung und der Lage der Poller vor der Säule auch manchmal echte Zentimeterarbeit ohne Piepser hinten.

    BMW i4 eDrive40 Gran Coupé Sanremo Green metallic seit 10/23

  • Meine Erfahrung sind mit Tempomat auf 150 km/h und unter Beachtung von Geschwindigkeitsbeschränkungen (mit +7 km/h) ein Ladestopp alle 3 bis 3,5 Stunden bei wenigen Beschränkungen und alle 3,5 bis 4 Stunden bei vielen Beschränkungen.

    Ich gebe hier eine wichtige Einschränkung mit!

    Durch eine zu hohe Reisegeschwindigkeit ergeben sich zu kurze Ladestopps beim abonnierten Anbieter! Leider reduziert sich damit oft die Ladegeschwindigkeit.

    Beispiel: mit Zielgeschwindigkeit 130 komme ich von Aschaffenburg bis Northeim Aral Pulse, vielleicht sogar Rasthof Harz Ionity. Mit 150 wird Lutherberg schon knapp.

    Es kommen also mehrere Faktoren zusammen und leider spielt die Ladestation des abonnierten Anbieters eine wichtige und nervige Rolle zugleich.

    Ich fahre eben oft so, wie es mein Anbieter verlangt. Und wer hat nicht schon mal den Schub reduziert, nur weil die Reichweite sich plötzlich verringerte.

  • Ich gebe hier eine wichtige Einschränkung mit!

    Durch eine zu hohe Reisegeschwindigkeit ergeben sich zu kurze Ladestopps beim abonnierten Anbieter! Leider reduziert sich damit oft die Ladegeschwindigkeit.

    Beispiel: mit Zielgeschwindigkeit 130 komme ich von Aschaffenburg bis Northeim Aral Pulse, vielleicht sogar Rasthof Harz Ionity. Mit 150 wird Lutherberg schon knapp.

    Es kommen also mehrere Faktoren zusammen und leider spielt die Ladestation des abonnierten Anbieters eine wichtige und nervige Rolle zugleich.

    Ich fahre eben oft so, wie es mein Anbieter verlangt. Und wer hat nicht schon mal den Schub reduziert, nur weil die Reichweite sich plötzlich verringerte.

    guter Punkt Hahnenkamm

    da ich zu 90+% zu Hause lade (dank Octopus für 26ct - 12ct = 14ct bei von Octopus gesteuerten Laden), habe ich kein Abo. Meistens nutze ich Ewe Go an deren Ladestationen oder im Roaming oder EnBW bei den eigenen Ladestationen sowie bei den Pfalzwerken (wir sind oft in der Pfalz wo es viele davon gibt).

    Und ob ich am Ende mit einem Ionity Abo für einen Monat 5 oder 10 Euro bei einem zwei wöchigen Urlaub spare (und ich damit aus meiner Sicht unnötig einschränken muss) ist aus meiner Sicht nicht entscheidend. Bei größerem unterwegs Anteil kann das anders aussehen.

    BMW i4 eDrive40 Gran Coupé Sanremo Green metallic seit 10/23

  • Ich gebe hier eine wichtige Einschränkung mit!

    Durch eine zu hohe Reisegeschwindigkeit ergeben sich zu kurze Ladestopps beim abonnierten Anbieter! Leider reduziert sich damit oft die Ladegeschwindigkeit.

    Was am Auto liegt. Steht auch so als Hinweis in der Anleitung.

    Seit 08/24: BMW i4 M50 LCI — seit 03/24: BMW G01 X3 M40d LCI

    12/22-08/24: BMW G82 M4C xDrive — 08/19-10/23: BMW G01 X3 30d M Sport

    02/19-12/22: BMW F90 M5C — 02/17-02/19: AMG C205 C63S

    04/16-08/19: BMW F26 X4 30d M Sport — 10/14-12/16: BMW F22 M235i xDrive

  • Ich habe schon vor der Bestellung meine i4 e40 eine Menge theoretische Überlegungen über den Sweetspot angestellt. Mit den Verbrauchswerten bei konstanten Geschwindigkeit, die AMS ermittelt hat, habe ich ein Google Sheet damit gefüttert und damit die Summe aus Fahrzeit und Ladezeit für eine gegebene Strecke ermittelt. Demnach ist es fast völlig egal, ob man 120 oder 160 km/h fährt. Die Reisezeit ist praktisch identisch. Über ein Jahr später habe ich Gemini, die KI von Google mit demselben Problem beschäftigt. Und die kommt zu demselben Ergebnis mit minimalen Vorteilen für Tempo 160.


    Inzwischen habe ich 13 Monate und 39.000 km hinter mir und einiges an Langstreckenerfahrungen gemacht. Wichtig: es geht jetzt hier nur um die Reisezeit für eine gegebene Strecke. Die Kosten spielen keine Rolle.


    Jetzt gibt es einiges zu berücksichtigen:

    • die theoretischen Annahmen gehen von einem Ladehub von 10 bis 80 % aus
    • die theoretischen Annahmen gehen von einer unendlich langen Fahrstrecke aus, oder man setzt voraus, mit demselben SoC anzukommen, mit dem man auch gestartet ist
    • ein Ladestopp kostet nicht nur die reine Ladezeit aus der Berechnung, sondern auch An- und Abfahrt zu und von der Säule, und die kann schonmal einiges an Zeit kosten (Lader ist abseits der Autobahn, Beschilderung ungenau, Verfahren wegen Einbahnstraßenregelung u.Ä. , rote Ampel zwischen Lader und Autobahn, Umparken wegen defekter Säule, Säule zugeparkt usw. usw.)

    Ich habe so die Erfahrung gemacht, dass die Praxis wenig mit der Theorie zu tun hat:

    • So bedeuten mehr Ladestopps auf der Strecke wegen höherer Geschwindigkeit auch mehr zusätzliche Zeit, die die Ladungen leider begleiten. Und das Risiko steigt einfach mit der Anzahl der Stopps, dass etwas schief geht.
    • Weiterhin kann man auch einen Stopp von 10 bis 80 % kaum einplanen. Entweder spielt die Biologie nicht mit, oder man hat ein Frühstück/Mittagessen/Abendessen während des Ladens eingeplant und startet eh wieder mit 100 % SoC.
    • Die angepeilte Geschwindigkeit erreicht man sowieso nicht zuverlässig. Da macht einem der Verkehr viel zu oft einen Strich durch die Rechnung.
    • Wenn ich am zu besuchenden Ziel weiß, dass ich AC auf 100 % laden kann, bzw. am besuchten Ziel sowieso auf 100 % per AC geladen habe, und die Ladung für die Strecke zum Ziel/heimischen Wallbox bei jeder Geschwindigkeit reicht, kann ich eh so schnell fahren wie ich will.
    • Wenn ich merke, dass ich vor dem Ziel noch EINEN Ladestopp brauche, dann wird es sowieso unwichtig, was er verbraucht. Die längere Ladezeit bei hohem Tempo habe ich vorher eh durch die kürzere Fahrzeit gut gemacht. Und wenn ich bei geringem Tempo nur wenige Minuten laden muss, um mein Ziel mit Wunsch-SoC zu erreichen, sind die verhältnismäßig langen Ladebegleitzeitverluste schon etwas nervig. Dann lieber schneller fahren und länger laden.
    • Die Laderoutenplanung ist bei Geschwindigkeiten bis 136 km/h im Sommer und im Winter sehr zuverlässig. Bei meiner bevorzugten Geschwindigkeit von 160 km/h leider gar nicht zu gebrauchen, weil der i4 immer von der Richtgeschwindigkeit ausgeht. So plane ich bei hoher Reisegeschwindigkeit von 160 km beim Laden für die Strecke bis zum nächsten Lader einen Verbrauch von 40 % auf 100 km ein, im Winter auch schonmal etwas mehr. Da muss ich halt fix manuell rechnen um sicher mit möglichst geringem SoC am nächsten vorgesehenen Lader anzukommen.
    • Flexibilität ist gefragt. Entweder kann ich die erste größere Pause sicher einplanen oder ich verliere Zeit, weil das Auto rumsteht ohne zu laden. Je mehr Ladesäulenbetreiber ich nutzen kann, desto besser. So plane ich aktuell möglichst mit Ionitiy (sehr zuverlässig) für 45 Cent (wegen Ionity Plus-Abo), Aral, Shell, MER für 49 Cent (wegen BMW-Abo), EWE Go für 52 Cent (mit deren kostenloser Karte), im Notfall auch EnBW mit deren Karte für 56 Cent. Am Ziel versuche ich an einem AC-Lader zu parken, bin aber nicht bereit, mehr als 56 Cent zu bezahlen. Dazu schaue ich auch öfter mal unterwegs auf das Navi, welche preislich attraktive Lader an der Route liegen, um spontan schonmal außerplanmäßig zu laden, wenn die Blase drückt oder der Wunsch nach einem Cappuccino aufkommt.

    Und schließlich habe ich gemerkt, das der i4 enorm abchillt. Ich habe einfach bei 130 km/h meinen Spaß, bei 160 km/h aber genauso. Er entschleunigt mich einfach. Wenn es der Verkehr nicht zulässt, dann genieße ich Musik aus dem hervorragenden Harman Kardon und rege mich nicht über den Verkehr auf. Aber das ist eine hoch emotionale Geschichte, die jeder anders sieht. Und ich lasse es mir nicht nehmen, so zu fahren, wie ich möchte, wenn die Strecke das hergibt, und nicht so, dass ich möglichst noch den übernächsten Lader mit der Ladung erreiche.