Gemäß den in der Produktnorm IEC 60884-1 definierten Anforderungen und Prüfung müssen Schuko-Steckdosen ihren Nennstrom von 16A für maximal eine Stunde ohne Überhitzung führen können. Dabei beziehen sich die 16 A auf die in VDE 0620-1 genannten haushaltsüblichen Lasten, jedoch nicht auf unbekannte Lasten wie z. B. die Ladekurve eines Elektrofahrzeugs.
Im Grunde sagt einem dieser Auszug alles was man wissen muss. Um das nochmal für die Diskussion darzustellen:
1.) Eine Schukosteckdose sollte eigentlich gar nicht zum Laden eines BEV herangezogen werden. Und wenn das in einem NOTFALL nötig sein sollte, dann MUSS der Ladestrom ZWINGEND auf 10A begrenzt werden. Eine solche Haushaltsleitung ist nach dem "Gleichzeitigkeitsprinzip" auf maximal 16A Kurzzeitbetrieb ausgelegt. Und die 60 Minuten sind auch nur LABOR-/NORMBEDINGUNGEN. Da spielt es eine Rolle wie lange das Kabel ist, wo die Abzweige sitzen, wie wurde verlegt, etc. etc. Das gilt für Steckdosen im Haus als auch ausserhalb des Hauses.
2.) Da die wenigsten nicht mal wissen was auf ihrer Aussensteckdose sonst noch so geklemmt ist, ist vom Laden an einer solchen Brennstelle doppelt abzuraten.
3.) Selbst wenn es einem egal ist wie lange man lädt und unbedingt mit völlig unökonomischen 2300W laden will an einer Schuko Steckdose, so sei denen noch einmal gesagt "man kann zu Haus kaum teuerer laden" ... Stichwort Ladeverluste (das Thema kann jeder selber googeln) ... aber wem es Sch... egal war ob man an der Tanke damals 1,50 oder 2,20 zahlte, dem ist sowas vermutlich auch vollends egal.
4.) Jeder, der Vermutungen zu einer Schukosteckdose (an der man laden will) und keinen exakten Schaltplan mit Verlegeübersicht besitzt, den er auch zweifelsfrei richtig lesen kann, dem rate ich die wenigen EURO in einen ordentlichen Elektriker zu investieren.
5.) Aus gutem Grund raten ALLE WB Hersteller davon ab am Automaten der WB irgendetwas anderes drauf zu klemmen. Deshalb sollte an einer Schukosteckdose sicher gestellt sein, daß nichts anderes drauf geklemmt ist. Es reicht NICHT zu wissen, daß man während des Ladens nicht anderes an dem Strang in Betrieb hat. Im Falle eines Falles nimmt jeder Brandgutachter eine solche Installation binnen Minuten auseinander und keine Versicherung wird jemals auch nur einen Euro zahlen.
Ansonsten gilt was ein Vorredner gesagt hat. Beim AC-Laden immer den maximalen Wert von 11kW / 22kW einstellen an einem QUALIFIZIERTEN Anschluß ... nicht niedriger laden.
Es genügt leider auch nicht mal eine gewisse Zeit 16A Last zu erzeugen und dann an den Kontakten mit dem Fingern die Temperatur zu prüfen. Das ist einer der lustigsten Hinweise, die ich zu dem Thema bisher gelesen habe. Last doch bitte so etwas sein. Zwar gibt es "Dirty Methoden" um den Grenzbereich ohne Messtechnik halbwegs zu ermitteln, die ich hier nicht weiter gebe. Aber den Fingertest der Temperatur an den Kontakten zu checken ist schon ein Schenkelklopfer. Wenn man sich bei diesem Test die Finger verbrennt, dann wird es im Haus bereits viele Bewohner geben, die sich mit den Feuerlöschern gegen Flammen wehren oder man hat vielleicht noch nicht bemerkt, daß die Feuerwehr bereits vor der Haustür steht.