Eigentlich tut hier niemand so als wäre der GJR der überlegene Reifen, der Großteil hier ist nur der Meinung das GJR in den letzten Jahren mächtig aufgeholt haben und mit kleinen Einschränkungen Sommer und Winterreifen in nicht mehr viel nachstehen...
Was ist denn in deinen Augen ein Billigreifen ? Gehört das ein Dunlop, jetzt z.b. dazu weil er 5€ günstiger ist als ein Conti, beide aber über 3m Bremsweg unterscheiden 🤔
Nachdem du sehr überzeugend klar gemacht hast, dass es für dich keine Kompromissreifen gibt, sondern es auf jeden cm in deinem Alltag ankommt,
da frage ich mich wie man dann seine Frau/ Freundin mit GJR los schicken kann. Es ist doch egal ob man 50tkm oder 5tkm im Jahr fährt, das Kind kann in der Stadt immer dem Ball hinterher auf die Straße rennen... Dir ist es dann aber egal wenn deine Frau es umfährt, da GJR ja nicht die entscheidenden cm bringen? 🤔
Also ich verstehe wenn du für Sommer-/ Winterreifen bist und gegen GJR.
Finde die Einstellung aber komisch erst zu behaupten GJR wären lebensgefährlich, weil die entscheidenden Meter Bremsweg fehlen, sie dann aber trotzdem auf dem Zweitwagen zu fahren und als sehr guten Kompromiss zu bezeichnen🤔
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Ich hatte hier in den letzten Beiträgen schon relativ deutlich verstanden, dass es eigentlich kaum einen Grund für dedizierte Sommer- und Winterreifen mehr gibt, weil die Ganzjahresreifen "in nicht mehr viel nachstehen". Das steht hier an sehr vielen Stellen, aber was heißt das denn? Jedes Mal, wenn ich versuche, faktenbasiert zu vergleichen, dann komm ich eben in den meisten Situationen auf Unterschiede zwischen 5-20% beim Bremsen. Und das ist eben durchaus relevant, wenn auch nicht zwingend massiv. Wo ist denn die Grenze zwischen "steht in nicht viel nach" und "macht im Falle eines Unfalls einen spürbaren Unterschied"?
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Das ist wohl von Michelin, d.h. ein Sommerreifen ist 7% besser im Trockenbremsen (vermutlich eher auf kühlem Asphalt), und ein Winterreifen 10% besser im Nassbremsen. Jeweils im direkten Vergleich mit Michelin, andere Hersteller ausgenommen. Da das interne Daten sind, kann man wohl davon ausgehen, dass der Unterschied zu den besten Reifen nochmal etwas höher ist. Und gerade bei Tempos über 150 km/h steigt der Bremsweg und damit auch der Unterschied im Quadrat, da werden dann eben am Ende sehr schnell 10+ Meter draus. Ist das "Steht nicht viel nach"? Und da sprechen wir erstmal nur über den Bremsweg, nicht über Kurvengeschwindigkeit, Spurstabilität etc.
Auch habe ich nie gesagt, dass GJR lebensgefährlich sind, im Gegenteil sogar relativiert. Ich persönlich fahre über 15.000km im Jahr, davon ca. 30-40% auf der Autobahn mit >= 137 km/h. Also bin ich einen sehr großen Teil meiner Zeit in einem Bereich unterwegs, in dem der Unterschied zwischen einem suboptimalen Reifen und einem optimalen Reifen massiv ist, also eher im Bereich von 10-50 Metern Unterschied beim Bremsweg. Meine damalige Freundin ist ca. 90% der Zeit in der Stadt gefahren, nie bei Schnee oder Eis und auch nie sonderlich schnell, denn da bin ich eigentlich immer gefahren. Da ist es dann einfach nicht mehr relevant, weil der Unterschied bei den Geschwindigkeiten deutlich geringer ist, da kann man den etwas längeren Bremsweg eher in Kauf nehmen.
P.S. Billigreifen (oder Budgetreifen) muss ich glaub ich nicht nochmal definieren, wenn selbst der ADAC den Begriff in seinen Tests verwendet:
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/225-40-r18/
Dass es da nicht um das Sparen von 5€ geht, sollte klar sein, da sprechen wir von Reifen, die 30-60% so viel kosten wie ein guter Markenreifen.
Bitte nicht falsch verstehen - ich spreche nicht für GJR wegen irgendeiner Ersparnis: ein guter GJR ist wesentlich teuerer als ein vergleichbarer SR und vermutlich auch ein WR (habe ich aber noch nicht gecheckt). Auch habe ich schon einen Satz SR und WR - waren bei meinem Jahreswagen inkl. somit erspar ich mir auch nicht den Kauf eines zusätzlichen Satzes.
Ja, ich gebe zu, ein GJR sind ein Kompromiss, aber SR und auch WR genauso, wenn nicht sogar ein größerer.
Naja, egal welche Ersparnis, die meisten haben den Grund, wenn auch du nicht. Man spart den zweiten Felgensatz und zwei Mal im Jahr die Kosten und die Anfahrt bzw. den Aufwand fürs Reifenwechseln. Und die Ersparnis ist schon massiv mit GJR in Summe, auch wenn die Reifen möglicherweise teurer sind. Aber jeder Reifen ist immer ein Kompromiss, nicht nur ein GJR. Auch der beste Sommerreifen ist ein Kompromiss aus Trockenfahrverhalten, Nassverhalten und natürlich auch Haltbarkeit. Die Frage ist, wann man den besten Kompromiss kauft bzw. schließt. Bei einem Profil wie deinem, kann der GJR durchaus der beste Kompromiss sein, besonders wenn du dir diese Erfahrung über die Jahre schon bestätigt hast. Ich persönlich würde meine Sommerreifen niemals hergeben, weil ich einfach schon häufig die Erfahrung gemacht hab, wie viel da mehr geht als bei den Winterreifen. Würde ich aber beispielsweise in Berlin wohnen, hätte ich mir vermutlich auch GJR für den Winter geholt. Für dich würde ich behaupten, dass der noch bessere Kompromiss eben auch die Verbindung aus GJR und Sommerreifen ist, und dafür die Sommerreifen dann eben relativ spät erst montieren, damit man die Mischzeit nicht mehr hat.
Ich will (und kann) niemandem verbieten, sich GJR zu holen, kann doch jeder machen was er will. Ich finde nur die Argumentation einfach teils etwas sketchy, wenn statt mit Fakten immer nur "gibt ja quasi keinen Unterschied mehr" oder "stehen quasi in nichts nach" argumentiert wird. Da finde ich es einfach wichtig, zu beleuchten, dass der Unterschied eben konzeptbedingt weiterhin da ist, wenn auch deutlich geringer wie noch vor ein paar Jahren. Denn dem Käufer sollte schon klar sein, dass es Situationen gibt, wo er mit Sommerreifen besser beraten gewesen wäre - beispielsweise wenn sich die Autobahn auf der Urlaubsreise auf 60-70 °C aufgeheizt hat, und der arme GJR sich da drüber quält.