(Sehr) langsam laden über AC

  • Natürlich lade ich auch mit Überschuß oft niedriger als 11kW. Da beim Überschußladen nur die Opportunitätskosten der PV anfallen ist das trotz höherer Verluste meistens wirtschaftlich. Aber die Tatsache, daß die Verluste prozentual ansteigen bei niedrigeren Ladeleistungen bleibt trotzdem.


    In Monaten des Überschußladens laden wohl die wenigsten mit permament 11kW. Aber wer ohne PV-Überschuß zu Haus lädt, ist mit 11kW Ladeleistung am wirtschaftlichsten unterwegs. Oder eben PV Besitzer, die halt auch im Winter mal zu Haus laden. Es wurde ja auch nicht die Frage aufgeworfen, ob man beim Überschußladen auch unter 11kW laden könnte, sondern es ging generell um die Frage ob eine höhere AC Leistung irgendetwas negativ am BEV beeinflußt, die Installation geschont werden müßte, usw. Das ist nicht der Fall, wenn alles korrekt installiert ist.


    Damit das nun jeder versteht hier einmal eine sehr vereinfachte Beispielrechnung;
    Das AC Laden schluckt je nach BEV Typ so 400W - 500W. Eher 500W würde ich bei den meisten Fahrzeugen sagen. Das hängt auch noch ein klein wenig von den Umgebungsbedingungen ab. Aber ich will´s einfach halten, damit es verständlich bleibt.

    Fall 1: Lädt man 1-ph mit 10A sprich 2300W dann landen bei 500W Verlust um die 1800W im Akku. Das sind grob 21,7% Verluste. Gehen wir mal von einer Netz kWh aus, die 30Cent kostet. Dann kommt man so um die 6,5Cent Verlustcents je kWh nicht herum.


    Fall 2: Lädt man 3-ph mit 11kW hat man mehr oder weniger dieselben 500W Umladeverluste. und es landen 10,5kW im Akku, was in etwa grobe 4,5% Umladeverluste sind. Bei denselben 30 Cent/kWh Arbeitskosten sind das grob 1,36 Verlustwert je Netz entnommener kWh.


    D.h. Eine Ladung mit niedriger Leistung (2,3kW) ist um über 17% teurer als mit 11kW. Die Werte zu den prozentualen Verlusten kann ich bei mir recht genau nachmessen. Nur unten herum komme ich nicht unter 5%-6%, da scheint es weitere Parameter zu geben, so daß es schwer fällt mit 11kWac auf unter 5% zu kommen.


    Ich bekomme derzeit 8,2Cents/kWh Einspeisevergütung, die mir entgehen (Opportunitätskosten), wenn höhere Verluste generiere durch niedrigere Ladeleistungen (Begrenzung des Überschußladen). Für Leute, die wirklich interessiert sind, können sich nun mal ausrechnen wieviel man Überschuß überhaupt laden muss um damit in den Breakeven des Überschußladens überhaupt zu kommen.


    Für Menschen, die es nicht so mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen haben denen sei vereinfacht gesagt, daß sich Überschußladen desto mehr lohnt, je niedriger die Einspeisevergütung ist. Und die sinkt ja stetig, da ist / wird Überschußladen interessant.

    Viele Grüße,

    Jürgen


    seit April 2025: BMW i4 eDrive40
    seit Februar 2017: F23 Cabrio 228i

  • Schön einen sachlichen Beitrag von dir zu lesen (vorhin hattest du langsames AC-Laden noch mit einem Benzinpreisunterschied von 1,50 vs. 2,20 Euro verglichen, was bei 7l Verbrauch ein Preisunterschied von 4,90€/100km ist).


    Ich gehe in deiner Rechnung einigermaßen mit, d.h. bei 2,3kW hätten wir 5ct. mehr pro kWh im Akku als bei 11kW. Wenn wir beispielhaft Investitionskosten von 1000 Euro für eine 3-phasig angeschlossene AC-Wallbox annehmen, dann amortisiert sich das nach 20.000kWh. Bei einem Verbrauch von 22kWh/100km sind das 90.000km, die an dieser Wallbox geladen werden müssen. Und schon ist man in der Situation, dass es sich für einen Mieter, der evtl. nur noch 2 Jahre dort wohnt nicht rentiert, diese Investition zu tätigen.


    Es ist im Leben leider nicht immer alles so einfach, wie es im ersten Moment vielleicht scheint. Das gleiche gilt übrigens für die Installation einer Steckdose, die eben anders wie von dir behauptet nicht in jeder Umgebung gleich ist (das geht schon mit dem Leitungsquerschnitt los, der von Länge und Verlegeart abhängt). Insofern ist es Quatsch das hier im Detail zu diskutieren, das muss ein Fachmann vor Ort beurteilen.


    Ich bleibe bei meiner Kernaussage, das ein Laie sich weder strafbar macht noch seine Brandversicherung riskiert, wenn er das bei BMW mitbestellte Ladekabel zuhause in die Steckdose steckt (und dort dann über viele Stunden mit 10A lädt). Und ich bleibe auch bei der Aussage, dass das durchaus schief gehen kann, weshalb bei den ersten Ladevorgängen regelmäßig die Temperatur am Stecker geprüft werden sollte. Da kannst du dir gerne auf die Schenkel klopfen, dem ein oder anderen mag das aber eine kaputte Steckdose ersparen.

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