Würde ich gar nicht sagen, es gibt genügend "preissensitive" Käufer. Der neueste Scheiß ist natürlich geil, aber den muss man sich auch leisten können. Und bis wir in Kleinwagen 800V-Bordnetze haben, geht noch eine Menge Zeit ins Land. Als nächstes kommt die Neue Klasse, die natürlich zumindest für BMW neue Maßstäbe setzt, das ändert aber natürlich nichts daran, dass der i4 ein tolles Auto ist und auch weiterhin sein wird. Auch darf man nicht vergessen, dass neuer nicht immer besser ist, für viele sind eben so Dinge wie Innenraumverarbeitung, Bedienung, usw. auch sehr relevant, und da wird die NK ja auch alles komplett umkrempeln, mit nachhaltigeren Materialien im Innenraum, möglicherweise nicht mal mehr echtem Leder, keine Tasten mehr, u.v.m.
Angesichts des Erfolges des i4s mache ich mir da wegen dem Wertverlust keine Sorgen. Gerade wenn sich in den nächsten Jahren alles so entwickelt wie vermutet, dann wird der i4 in der Zukunft für viele ein bezahlbarer Einstieg in die E-Mobilität sein. Wenn man sich die aktuellen Alternativen anschaut, dann hat man VW, die technisch auf sehr ähnlichem Niveau sind, aber auch entsprechend teuer, und sonst eben Fahrzeuge, die zwar günstiger sind, aber auch technisch bei weitem nicht an den i4 rankommen - zumindest bei den nicht-europäischen Fahrzeugen, die ich aus der Betrachtung mal rauslasse. Und wenn man dann ein paar Jahre vorschaut, dann hat man eben einen Markt, wo der i4 als gebrauchter wahrscheinlich auch weiterhin in einer Preisklasse mit neuen 400V-Fahrzeugen konkurriert, dabei aber eben deutlich mehr für sein Geld bieten kann.
Würden wir hier über einen elektrischen Astra, Megane, Scenic o.Ä. sprechen sähe die Diskussion glaube ich anders aus, denn diese Fahrzeuge sind ja auch heute schon eher mittelmäßig, was die Technik angeht. Kleinere Batterien, langsameres Laden, usw. und das wirkt sich natürlich bei einem gebrauchten deutlich mehr aus, zumal ja mit zunehmender Akkudegradation die Reichweite gerade auf der Langstrecke dann irgendwann wirklich grenzwertig wird. Bei einem Astra sprechen wir zum Beispiel von 54kWh, wenn man davon auf der Langstrecke mal nur noch 60% nutzen kann (z.B. Degradation auf 80% + man lädt ja nie auf 100% und fährt nicht auf 0%), dann hat man effektiv noch knapp über 30kWh nutzbar und muss alle 150km laden. Während man mit derselben Annahme beim i4 halt immer noch knapp 50kWh hat, mit denen man auch noch 10 Jahren noch problemlos ca. 250km schaffen sollte, und noch dazu weiterhin ja deutlich schneller lädt.