Beiträge von phchecker17

    Allerdings wirkt sich das auf die Ladedauer aus, einerseits, weil du natürlich Strom verbrauchst, der sonst in den Akku geht, und andererseits kann es an sehr heißen Tagen dazu kommen, dass die Batterie dann nicht mehr mit 100% gekühlt wird, sodass die Ladeleistung entsprechend reduziert werden muss.

    Einen entsprechenden Hinweis erhältst du auch im Fahrzeug, wenn du die Standklimatisierung aktivierst ;)

    Es gibt durchaus ein paar Analogien beim Verbrenner, die in dieselbe Kerbe schlagen, wie z.B. das Warmfahren des Motors. Du kaufst ein Fahrzeug mit 400PS, aber auf einmal steht in der Betriebsanleitung drin, dass du die in den ersten 10-15 Minuten nicht nutzen solltest, weil der Motor nicht warm ist. Bei den meisten Autos (nicht alle) kannst du es trotzdem, gehst dafür aber ein gewisses Risiko ein.


    So sehe ich das auch beim BEV. Im Alltag kommt man mit 20-80% eigentlich gut aus, aber wenn man dann doch mal weiter fährt, dann eben 0-100%. Oder um in die Analogie zu gehen: wenn ich direkt neben der Autobahn wohne, dann muss ich wohl oder übel jeden morgen kalt auf die Autobahn auffahren. Das ist nicht schön, aber davon geht das Auto auch nicht kaputt. Möglicherweise hat das aber Auswirkungen auf die Lebensdauer des Motors respektive die Degradation der Batterie.

    Dann soll man das doch bitte auch so schreiben/bewerben: 600km Reichweite (theoretisch und ab und zu mal). ;)

    Tut mir leid, aber wenn ich mit dem BEV innerorts und im Sommer fahre, dann komme ich wahrscheinlich sogar weiter als WLTP, und wenn ich natürlich auf der Autobahn fahre, ist die Reichweite geringer. Irgendeinen Wert muss man ja angeben, und der wird in den meisten Fällen nicht aufgehen. Aber wenigstens ist der WLTP-Wert halbwegs vergleichbar. Ich sehe da jetzt kein BEV-Problem, sondern eher ein allgemeines, das so auch bereits seit geraumer Zeit bei Verbrennern existiert.

    Es wäre schön, wenn die Hersteller noch einen Wert "Reichweite @ 130 km/h" angeben würden, aber der würde dann die Menschen wieder nur verängstigen, weil man in den wenigsten Fällen konstant 130 fahren kann und daher entsprechend weiter kommt.

    Ich weiß schon, was du meinst, aber ich finde es halt schwierig. Es steht ja nirgends, dass ein Akku bei einem Fahrzeug, das mit 200 kW laden kann, in 20 Minuten vollgeladen ist bzw. bei einem Fahrzeug, das mit 350 kW lädt eben in 10 Minuten. Es wird die maximale Ladeleistung angegeben und es wird die Zeit von 10-80% angegeben. In Vergleichsvideos findet man auch häufig die von dir geforderte Angabe an nachgeladenen Kilometern pro 10 Minuten (siehe Elektroautosupertest), allerdings kann ich wiederum mit dieser Angabe nichts anfangen, weil ich ja nicht weiß, ob das jetzt 70km bei 100 km/h, bei 130 km/h oder 170 km/h sind ;)


    Und gerade was das 20-80%-Laden angeht finde ich es eigentlich eher andersherum, von sehr vielen wird das viel zu negativ dargestellt. Wenn du 100% brauchst, dann lad bis 100%. Wenn du mit 2% am Lader ankommst, dann kommst du mit 2% an. Wenn mein Verbrenner eine Launch Control hat, erhalte ich auch Hinweise, dass diese die Lebensdauer der Komponenten verringern kann und trotzdem probiere ich sie aus und das Fahrzeug geht davon nicht kaputt. So ist es beim BEV auch: wir wissen, dass ständiges 100%-Laden auf Dauer Auswirkungen auf die Degradation haben kann, aber jetzt hin und wieder vor der Urlaubsfahrt (bei mir ca. 1x pro Monat) auf 100% zu laden und dann am nächsten Tag loszufahren ist doch überhaupt kein Problem. Und wenn jemand Außendienstler ist und jeden morgen mit 100% losfährt, weil er 300km am Tag fährt, dann ist das auch so. Denn auch beim Verbrenner hast du bei solchen Fahrleistungen einen deutlich erhöhten Verschleiß, den du eben auch beim BEV - und in dem Fall eben möglicherweise auch im Akku - dann hast. Der Akku geht davon ja nicht kaputt, er wird nur einfach stärker belastet.

    Ein 300 kW Lader schafft dies nur, wenn ein Auto am Laden ist, sind es 2 ist es nur die Hälfte.

    Das gilt nicht für alle Lader, es gibt durchaus viele Lader, die immer die volle Leistung bringen, z.B. eben bei Ionity oder auch bei Tesla bei den neueren Ladern. Das ist einer der Gründe, warum ich persönlich lieber bei Ionity statt bei der EnBW lade. Gestern hatte ich auch wieder nur 150kW an einem 300kW-Lader, weil nebendran noch einer stand, der schon bei 87% war aber trotzdem noch weiter ludt. Leider ist es auch sehr schwer, das im Vorfeld herauszubekommen, besonders wenn man am Fahren ist.

    Zitat

    Der i4 hat eine (maximale) Ladeleistung von 175 bzw. 230 kW, aber nur für einige Minuten (das max. wird gerne unter den Tisch fallen gelassen).

    Die maximale Ladeleistung liegt nicht bei 230 kW, sondern bei 205 kW, und die ist physikalisch begrenzt, denn der maximale Strom zum Laden sind bei den meisten Ladern 500A, was bei einer Batteriespannung von knapp über 400V eben genau diese 205 kW ergibt. Tatsächlich sticht der i4 hier aber positiv heraus, da er dank Max Performance Charging auch bei höheren Akkuständen noch die volle Leistung liefern kann. Aus dem Grund ist hier aber die Zeit von 10-80% so entscheidend, da die deutlich aussagekräftiger ist als eine potentielle Spitzenladeleistung.

    Zitat

    Reichweite 0-100 wird gerne in den Specs angegeben, Laden soll man aber in der Regel nur 20-80, d.h. die Alltagsreichweite ist mal eben 40% weniger und im Winter dann nochmal.

    Die Empfehlungen fürs Laden gelten fürs dauerhafte Laden und sind eine Empfehlung. Niemand verbietet dir, auch im Alltag jeden Tag auf 100% zu laden und auf 0% herunterzufahren. In der Praxis ist es aber so, dass das im Alltag meistens nicht nötig ist, weil deutlich weniger Ladehub ausreicht.

    Ich persönlich kann auf der Arbeit 30% an einem Tag laden, daher bleibe ich meistens zwischen 40-70%, außer ich fahre Langstrecke, dann lade ich am Tag davor auf 100%, denn wenn ich diese 100% brauchen kann, lade ich sie auch ;) Sich selbst irgendwo einzuschränken um den Akku zu schonen halte ich nicht für sinnvoll.