Beiträge von phchecker17

    Du hast natürlich recht, dahingehend ist meine Aussage falsch. Eine höhere Peak-Ladeleistung ist ausgeschlossen, die Ladezeit auf 80% könnte aber durchaus verkürzt werden bzw. passiert ja schon dauerhaft auch über OTA-Updates von knapp über 30 Minuten bei Start bis auf inzwischen ca. 28 Minuten. Würde man die Batterie in der Kapazität vergrößern, könnte man auch die Peak-Ladeleistung länger halten. Realistisch wird man aber wohl kaum unter die ca. 28 Minuten für 10-80% kommen, da bei einem größeren Akku ja dann auch mehr kWh geladen werden müssen.

    Laut dieser Seite soll man Li-Ion-Batterien mit ca. 3,7-3,8V Zellspannung lagern:
    https://batteryuniversity.com/…02-how-to-store-batteries

    Das entspricht einem SoC von ca. 40%, wobei hier ja die besagte Verschiebung bei BMW durch den großen Puffer dazu kommt. Bei mir im Fahrzeug habe ich bei 50% SoC einen Zell-SoC von ca. 54% und eine Zellspannung von ca. 3,75V, d.h. theoretisch würde ich hier den optimalen SoC bei ca. 55% sehen.


    Soll heißen: Während es während der Fahrt und auf Touren kaum eine Rolle spielt, wie man lädt, ist es eben gerade dann wichtig, wenn das Auto länger steht, dass er eben um die 55% rum gehalten wird - je nach Bedarf. Wer immer 30% lädt wie ich, der sollte halt entsprechend von 40-70% laden, wer 70% lädt, sollte von 20% bis 90% laden, usw. Wenn du also für deine 190km ca. 80% brauchst, wären das theoretisch 15%-95%, wobei ich da persönlich definitiv bis 100% laden würde, gerade wenn es jetzt Richtung Winter geht.

    OK, es scheint so, als dass keiner in die Studie reingeschaut hat, da ist folgendes abgebildet:
    pasted-from-clipboard.png
    Genau dieser Unterschied sind die 2-3% bei 5000 Ladezyklen die ich meine. Was man hier natürlich nicht sieht ist, wie sich das weiter entwickelt. Dem weiteren Verlauf nach könnte man möglicherweise urteilen dass 50-100% mit mehr Ladezyklen eine geringere Degradation hat. Man weiß es halt nicht. Dafür haben die Forscher ein ein Modell entwickelt (reproduced data), das dann so aussieht:
    pasted-from-clipboard.png
    Wie man hier sieht, machen 25-85 und 50-100 gar keinen Unterschied mehr, bzw. schneidet 50-100 äußerst geringfügig besser ab. Aber wie gesagt, das sind alles nur theoretische Werte.

    Ich widersprech dem gar nicht, ich hatte da schon reingeschaut. Aber in der Studie geht es eben rein ums Laden bzw. um Zyklen, und im Alltag hast du aber ja auch Standzeiten, und erst da werden die 100% relevant*. Ich hab ja selbst schon mehrfach geschrieben, dass, wenn man anschließend direkt fährt, man jederzeit auf 100% laden kann und deine Ergebnisse stützen das ja zu 100%. Nur wenn ich jetzt an mein Szenario denk, könnte ich jetzt auf 100% laden und dann würde das Fahrzeug das ganze Wochenende mit 100% stehen und würde wohl erst Ende nächster Woche wieder unter 100% kommen, deshalb macht das keinen Sinn.

    Soll heißen: das Laden auf 100% scheint die Lebensdauer zumindest nicht stark negativ zu beeinflussen, Standzeiten bei 100% hingegen tun das schon. Allerdings gibt es darüber so viele Artikel, dass ich dafür keine brauchbaren Studien finde.


    Und auch hatte ich ja schon geschrieben, dass niemand die genauen Auswirkungen in der Realität beziffern kann, möglicherweise sind es nur 1-2% am Ende, vielleicht aber auch 5% - weiß niemand. Aber ich bin meine Verbrenner ja auch immer warm gefahren und habe nach schnellen Autobahnpassagen den Turbo nachlaufen lassen, und auch das verringert vielleicht das Risiko eines Schadens nur um 1-2%. Ist aber eben alles quasi ohne Aufwand möglich, warum also sollte ich es nicht machen, wenn die Chance besteht, dass es die Lebensdauer verlängert? ;)


    * Habe auf die Schnelle nicht sicher herausgefunden, ob das berücksichtigt ist in deiner Studie, aber laut ChatGPT nicht

    Nein, schnelleres Laden ist zu 100% ausgeschlossen. Mit 100%-iger Sicherheit, nach Statements von Zipse und anderen wichtigen Personen bei BMW.


    Warum? Weil die aktuellen 210 kW genau dem Stromlimit von 500A bei einem 400V-System entsprechen. Nennspannung beim Laden ist mit ca. 420 V etwas höher als die 400V, daraus ergibt sich dann aus P = U * I eine Ladeleistung von 210 kW.

    Für mehr Ladeleistung müsste man entweder das 500A-Limit umgehen, was beispielsweise Tesla macht, oder alternativ eben auf 800V umstellen. Ersteres ist ausgeschlossen, weil BMW kein eigenes Ladenetz hat, zweiteres weil die 800V-Technik zu 100% erst mit der neuen Klasse kommt.

    Dass Batteriezellen nicht bei 50% am entspanntesten sind, stimmt. 65-75% kommt mir aber relativ hoch vor, finde da aber gerade auch nichts konkretes dazu. Aber selbst wenn wir die 65% mal nehmen, ist es so, dass der i4 seinen Puffer fast komplett "unten" hat, was den optimalen Ladezustand trotzdem wieder nach unten schiebt:


    Tatsächlicher SoC -> angezeigter SoC

    0% -> leerer Akku

    6% -> 0% Akkustand

    65% -> 59% Akkustand

    98% -> 100% Akkustand

    Diese Daten habe ich selbst in ausführlichen Tests mit OBD-Adapter erhoben:

    https://www.i4talk.com/posts/230381/ und folgende


    D.h. mit diesen 59% angezeigten SoC wäre der Akku dann im optimalen SoC. Der optimale Ladebereich bewegt sich also darum und zwar normalerweise in beiden Richtungen ungefähr gleich. D.h. für deine Voraussetzungen, wo du regelmäßig 50% lädst, würdest du idealerweise von 34% bis 84% laden.


    Beim Laden gibt es ja eigentlich 3 Komponenten:

    1. SoC

    2. Ladehub

    3. Ladegeschwindigkeit


    Beim SoC macht es immer dann Sinn, die 100% zu vermeiden, wenn man sie nicht braucht. Meiner steht gerade mit 54% Ladestand vor der Türe und ich hab ihn nicht angeschlossen, weil ich gar nicht will, dass er mehr lädt. Würde ich aber beispielsweise am Wochenende Langstrecke fahren, würde ich wohl mindestens auf 90% wenn nicht auch auf 100% laden, aber eben so knapp wie möglich vor der Abfahrt.

    Beim Ladehub ist es so, dass es besser ist, mehrmals nacheinander einen kleinen Ladehub zu haben, als einmal einen sehr großen - erstmal unabhängig vom SoC. Und bei der Ladegeschwindigkeit hat sich ja in den letzten Jahren sogar ergeben, dass diese keine große Auswirkung auf den SoH einer Batterie hat.


    Daraus schließe ich also, dass das optimale Ladeverhalten, unabhängig von der Ladegeschwindigkeit, sich so darstellt, dass man möglichst häufig mit möglichst geringen Ladehüben lädt, und genau so handhabe ich es auch. Ich habe üblicherweise ca. 30% Ladehub (3,6 kW * 8,5 Stunden), d.h. idealerweise würde ich dann von 44% bis 74% laden. In der Praxis lade ich die 30% dann nach, wenn der Akku unter 40% fällt und lade dann auf knapp 70% SoC.


    So oder so: regelmäßig auf 100% laden tut dem Akku nicht gut, sollte man also nur machen, wenn man die 100% wirklich braucht. Allerdings kann aktuell niemand konkrett beziffern, wie groß die Auswirkung davon auf die Lebensdauer tatsächlich ist, d.h. ich könnte nicht behaupten, dass das am Ende mehr als die 2-3% sind, die du ja schon genannt hast ;) Vergiss aber nicht, dass 2-3% im Reichweitenkontext gar nicht so wenig sind und unter Umständen den Unterschied zwischen zwei Ladesäulen ausmachen.